Lesung mit Oliver Fleischer

Mit „Heute schon gelebt?“ legt Oliver Fleischer ein Buch vor, das sich in Ton und Tiefe deutlich von seinem erfolgreichen Debüt „Der Oma hätte das gefallen“ absetzt. Während sein erstes Buch zahlreiche Menschen durch humorvolle Anekdoten aus dem Alltag eines Sargträgers erreichte, führt sein zweites wesentlich stärker in die grundsätzlichen Fragen von Vergänglichkeit, Erinnerung und bewusstem Leben.
Ein nachdenkliches, leises und zugleich klar erzähltes Buch
„Heute schon gelebt?“ richtet den Blick auf die Zwischenräume des Lebens: auf die Momente am Rand der Friedhofswege, auf Begegnungen, die zu innerem Wandel führen, und auf Fragen, die sich erst stellen, wenn man dem Tod oft genug gegenübergestanden hat.
Fleischer schreibt über Erfahrungen, die sich nicht in Anekdoten erschöpfen. Viele Kapitel widmen sich Themen wie Trauer, Verantwortung, innerer Haltung, familiären Beziehungen und der Frage, was unser Leben wirklich trägt. Das Buch verzichtet bewusst auf große Gesten – stattdessen wählt es eine klare, ruhige Sprache, die Leserinnen und Leser unmittelbar erreicht.
Ein persönlicherer und tiefgründigerer Blick als im Erstling
Während sein erstes Buch vielfach durch Humor, leichte Irritation und das Ungewohnte in seiner Tätigkeit als Sargträger geprägt war, erzählt Fleischer nun stärker aus einer reflektierten, fast philosophischen Perspektive, ohne dabei seine Leichtigkeit zu verlieren.
Er nimmt wahr, wie Menschen sich verändern, wenn sie Abschiede erleben – und wie diese Erfahrungen auch sein eigenes Denken geschärft haben. Hinter jedem Kapitel steht die Erkenntnis, dass die Endlichkeit des Lebens kein abstrakter Gedanke ist, sondern eine tägliche Einladung, bewusst zu gestalten, was zwischen Anfang und Ende liegt.
Der Autor
Oliver Fleischer, Jahrgang 1974, ist sowohl als Schauspieler aktiv als auch seit vielen Jahren nebenberuflich als Sargträger tätig. In beiden Rollen begegnet er Menschen in besonderen Lebenssituationen – mal erzählerisch, mal ganz unmittelbar. Seine Lesungen, die er zusätzlich zu seiner künstlerischen Arbeit anbietet, haben in den vergangenen Jahren viele Zuhörer erreicht. Die Erfahrungen aus seinem Arbeitsalltag an den Grenzen des Lebens prägen seine Texte und verleihen ihnen Tiefe, Genauigkeit und eine ungewöhnlich nahbare Perspektive.
Mittwoch, 11. November 2026
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: 12,- €uro
Tickets unter: e.s.brieden@gmail.com